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09.06.2015 - Partnerstadt Buxton im High Peak District/England besucht

Nieder-Mörlen – Am 13. Mai um vier Uhr in aller Herrgottsfrühe traf sich die Schar reisefreudiger Sängerinnen und Sänger des Gesangvereins Frohsinn und Anhang am Dorfbrunnen in Nieder Mörlen um zur 5-tägigen Fahrt zur Partnerschaftsgemeinde Buxton, High Peak Distrikt in England aufzubrechen.

Die 31 höchst motivierten Teilnehmer genossen das komfortable, entspannte Reisen in einem 4-Sterne Bus mit Bistro, wobei die exzellente Fahrweise des Busfahrers Armin Gottlieb und die hervorragende Betreuung im Bordservice durch Conny im Wesentlichen dazu betrugen. Nach der Begrüßung durch den Fahrer und den Vorsitzenden Robert Philipp ging es über die Sauerlandlinie an Köln vorbei und bald war die belgische Grenze erreicht. Unter Einhaltung der vorgeschriebenen Pausen ging es zügig Richtung Kanalküste bei Calais zur Kanalüberquerung. Nach dem Erreichen der englischen Küste bei Dover und kurzer Umgewöhnung an den Linksverkehr steuerte man die geschichtsträchtige Kathedrale von Canterbury und die nicht weniger interessante Altstadt mit vielen sehenswerten Gebäuden verschiedenster Baustile an. Nach kurzer Rückfrage bei einem Aufsichtsführenden formierten sich die Sänger spontan zu einem ersten Chorgesang in dem Gotteshaus, der, aufgrund der hervorragenden Akustik, die Wirkung nicht verfehlte. Nach kurzem Aufenthalt in der Altstadt ging der lange erste Reisetag im Hotel in Ashford bald zu Ende, denn das frühe Aufstehen forderte seinen Tribut.

Am nächsten Morgen startete man nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet in die Hauptstadt London. Das Wetter zeigte sich very britisch, es regnete sehr beständig. Die junge Stadtführerin Julia Boch dirigierte den doppelstöckigen Bus sehr gekonnt durch den Großstadtverkehr und Busfahrer Armin zeigte einmal mehr sein Können beim Beherrschen des großen Fahrzeuges im ungewohnten Linksverkehr. Alle wichtigen Plätze, Gebäude und Sehenswürdigkeiten wurden sehr informativ und interessant von unserem Cityguide vorgestellt, so dass auch die Erstbesucher einen ausreichenden Eindruck des Speziellen dieser Weltstadt gewannen. Kurze Ausstiege beim Dekanhof des Houses of Parliament und der Besuch der Dachterrasse der Einkaufsgalerie One new Change rundeten die interessanten Eindrücke ab. Rechtzeitig um 12.00 Uhr befuhr der Bus dann die Paradestraße am Buckingham Palast und man konnte aus exponierter Position die Wachablösung (Changing of the Guard) verfolgen.

Die weitere Fahrt nach Nottingham wurde insbesondere für die mitfahrenden Väter und Männer zu einem vergnüglichen Reiseerlebnis, feierten sie doch auf Einladung des Vorsitzenden im Bistro ihren „Vatertag“. Das war mal etwas ganz anderes. Bei mehreren Runden mit dem guten „Schlappeseppelbier“ und ausreichend lautem Gesang einschlägiger Volks- und Trinklieder war die Stimmung bei der Reisegesellschaft sehr gut. Die mitfahrenden Damen hatten im Oberdeck derweil Gelegenheit sich ungestört die Landschaft anzusehen und sich ausreichend über Gott, die Welt und die Männer auszutauschen. Am Spätnachmittag erreichte man dann Nottingham. Zur vorgesehenen Schlossführung war es leider zu spät und man tröstete sich durch den Besuch des ältesten englischen Pubs „Ye OldeTrip To Jerusalem“, in dem sich der Überlieferung nach schon die Kreuzritter oder Pilger vor dem Trip ins Heilige Land versammelt haben sollen. Wir zogen dann auch weiter um bei einsetzender Dämmerung unser Tagesziel, das Palace Hotel in Buxton, zu erreichen und ein schmackhaftes Abendessen einzunehmen.

Nach etwas späterem Aufstehen am folgenden Freitag und Stärkung am Frühstücksbuffet traf man sich zur Stadtführung mit Mitgliedern des dortigen Partnerschaftsvereins, die die Bedeutung der Stadt mit ihren historischen Gebäuden erklärten. Insbesondere die alte Badehausarchitektur aus dem 18. und 19. Jahrhundert, mit dem Crescent (sichelförmigen Halbrundbau, Hotel und Badehaus), Pumphaus, Orangerie, Opera- und Schauspielhaus, the dome (ursprünglich Pferdeunterkunft, dann Sozialkrankenhaus heute Mensa der Uni) beeindruckten sehr. Ein entspannender Spaziergang im wunderschön angelegten Park und ein kurzer Imbiss auf der Promenade vor der Orangerie überbrückte die Zeit bis zur nachmittäglichen Fahrt in den High Peak District. Ein weitläufiges Wander- und Radfahrgebiet, kleinen Ansiedlungen, vereinzelten Herrenhäusern, viel Weideflächen mit Schafen. Nach dem Abendessen im historischen Palace Hotel traf man sich zu einem Meeting mit Mitgliedern des dortigen Partnerschaftsvereins im Gewölbekeller des ältesten Hotels Englands, dem Old Hall Hotel, in dem schon die schottische Königin Maria Stuart als Gefangene verbrachte. Englische Folksongs und deutsche Chormusik erschallten nun durch die Gewölbe und man konnte sich der besonderen Eigenart des Verschwisterungstreffens nicht entziehen.

Der Samstag stand ganz im Eindruck des Besuches der als mahnenden Bombenruine erhaltenen Kathedrale von Coventry aus der Bombadierung durch deutsche Flieger am 14. November 1940. Es wurde an der Friedenslitanei um 12 Uhr teilgenommen, deren Anrufungen immer mit „Father forgive“ enden. Anschließend sang man „Preiset froh den König“ von Purcell und besichtigte die neue Kathedrale nebenan mit nachhaltigen Eindrücken. Danach war noch ein mehrstündiger Aufenthalt in der Stadt Oxford, der Stadt mit der ältesten Universität Englands. Das Leben der Studierenden findet überwiegend in den Colleges statt. Es war interessant, die alten abgeschlossenen Areale mit Wohnbereichen, Mensen, Kirchen und Hörsälen zu sehen. Die Übernachtung war dann im Holyday Inn in Aylesbury gebucht.

Am Sonntag war dann wiederum frühes Aufstehen Pflicht, wollte man doch frühzeitig in Windsor Castle zur Schlossbesichtigung sein. Pünktlich um 10 Uhr wurde geöffnet und der Gesangverein war die erste Gruppe, die mit Audioguide in die Repräsentationsräume eingelassen wurde. Es folgte die Fahrt nach Dover, die Fähre nach Calais und am frühen Abend die Unterkunft im Hotel Van der Valk in Oostkamp. Dort traf man sich anschließend bei einem Empfang im Rathaus von Oostkamp mit den dortigen Partnerschaftsfreunden im schönen Rathaussaal und fuhr anschließend nach Moorbrugge in die Brasserie „Zonnebloem“ zum schmackhaften Abendessen und fröhlichem Gesang.

Montagmorgen gab es dann eine sehr informative Stadtführung in Brügge, dieser mittelalterlichen flandrischen Kaufmanns- und Handelsstadt, bei der man ob der vielen Eindrücke aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Die Passagen am Kanal, der Beginenhof, der Marktplatz mit dem Belfort (Glockenturm), die Heilig-Blut-Kappelle, die Kathedrale und die vielen Pralinen in den Konditoreien, alles hinterließ einen bleibenden Eindruck. In der Halle des historischen Rathauses wurde denn auch spontan gesungen und von den anwesenden zufälligen Besuchern mit viel Applaus bedacht. Pünktlich um 14 Uhr wurde die Heimfahrt angetreten. Der Verkehr floss und so war man gegen 20.30 Uhr wohlbehalten und mit den schönen Erlebnissen im Gepäck wieder in Nieder-Mörlen gelandet. Alle Teilnehmer freuen sich schon auf die nächste Reise.
Wer die Gesellschaft der reisefreudigen Sängerinnen und Sänger miterleben möchte, kann gern freitags um 19.30 Uhr in der Alten Schule in der Fußgasse 46 reinschnuppern und selbstverständlich mitsingen. Es macht sehr viel Spaß.

Text: Helmut Kahlert
Bilder: